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archiv für februar 2010

frühlingsrausch

fruehlingsrausch

etwas erhebt sich da draussen. ein strahlendes summen liegt in der luft, die, durchzogen von einer andeutung frisch geborener zuversicht, zu schwingen beginnt. die sonne, ein leuchtfeuer. sehnsucht getrieben durch blaue buchten. der riese unter mir hebt die brust und pulsiert im rhythmus der wärme, während eilige schatten in heiterer demut ihr lachen ausbreiten. ein übergang ist in sich schon eine geburt, und das erwachen fügt sich der obhut der zeit. zeit los zu lassen, auch wenn die ruhigen grenzen unweigerlich wiederkehren. zeit, einem zögerlichen pochen den eintritt durch das tor zu weisen, hinter dem brillierende formen ein blendendes dasein zelebrieren. und gepaart mit dem tönen der flügel unter entfesseltem firmament wird die einigkeit in ihrer sehnsucht zur erfüllung einzigartiger blüte. bis ein grauer besucher einkehrt, um sich sanft, müde vom wandern, des feuers zu bemächtigen.

die finale formel

so bedrückend die rolle auch sein mag, die der tod in unserem leben spielt, so antiquiert ist auch sein visuelles image: klapprige knochenfinger ragen aus einer schwarzen, löchrigen lotter-robe und klammern sich am werkzeug seiner macht fest. ultimative, düstere verderbnis und verfall - mit kapuze und sanduhr. von wegen! der tod geht mit der zeit. smarter typ, fährt maybach, trägt armani …und einen taschenrechner mit sich rum. wieso das? weil sanduhren out sind. der tod hat jetzt eine formel:

finale formel

geburtshilfe

freunde von mir ergatterten dieses kuriose plüsch-trio auf einem flohmarkt. weich, farbenfroh - und pädagogisch wertvoll. zumindest wenn man es mit biologie nicht allzu genau nimmt. mich würde brennend interessieren, wie eltern ihren kindern diese funktionalität zu erklären versuchen…

geburtshilfe

weißzeit

schnee. überall schnee. in den nachrichten, als gesprächsthema und natürlich auf den straßen. vor einer woche noch habe ich ihn gehasst. durchstaute autobahnen, durchrutschte wege, durchschippte kehrwoche, durchnässte schuhe. jetzt macht mir das weiß nichts mehr aus. vielleicht habe ich mich einfach dran gewöhnt. vielleicht sehe ich das ganze auch anders. mittlerweile fasziniert mich die verschneite welt. nicht das juhuu-schneemannbauen-schlittenfahren-schneeengelwühlen eines kindes. schön wär’s. nein, anders. es ist die ruhe, die die flockige decke mit sich bringt. abgesehen vom chaos, das wir damit verbinden. aber daran ist nicht der schnee schuld, sondern wir. die passende kleidung, die angmessene vorsicht, ein wenig mehr geduld und alles wäre nur halb so tragisch.

weisszeit

die jahreszeiten haben einen genialen rythmus. im frühling das verheißende zucken, im sommers das strahlende pulsieren, im herbst das scheue schweben - und im winter das bedächtige ruhen. kreisläufe sind ein natürliches prinzip. alles richtet sich danach, pflanzen, tiere - nur wir menschen sträuben uns ganz gern mal dagegen. nachvollziehbar, aber unsinnig.

der winter ist der beginn eines ewigen zyklus’, den vermutlich jeder maler auf ähnliche weise erlebt. am anfang ist das weiß, dann bringen die farben leben. daher sehe ich die leere leinwand da draussen wohl jetzt mit anderen augen und freue mich auf die bilder, die das neue jahr darauf hinterlassen wird.

genieß’ die weißzeit!

dead man speaks

william gibson ist meist nichts mehr hinzuzufügen.

Time moves in one direction, memory in another.

We are that strange species that constructs artifacts intended to counter the natural flow of forgetting.

I sometimes think that nothing really is new; that the first pixels were particles of ochre clay, the bison rendered in just the resolution required. The bison still function perfectly, all these millennia later, and what screen in the world today shall we say that of in a decade? And yet the bison will be there for us, on whatever screens we have, carried out of the primal dark on some impulse we each have felt, as children, drawing. But carried nonetheless on this thing we have always been creating, this vast unlikely mechanism that carries memory in its interstices; this global, communal, prosthetic memory that we have been building since before we learned to build.

We live in, have lived through, a strange time. I know this because when I was a child the flow of forgetting was relatively unimpeded. I know this because the dead were less of a constant presence, then. Because there was once no rewind button. Because the soldiers dying in the Somme were black and white, and did not run as the living run. Because the world’s attic was still untidy. Because there were old men in the mountain valleys of my Virginia childhood who remembered a time before recorded music.

When we turn on the radio in a New York hotel room and hear Elvis singing “Heartbreak Hotel”, we are seldom struck by the peculiarity of our situation: that a dead man sings.

In the context of the longer life of the species, it is something that only just changed a moment ago. It is something new, and I sometimes feel that, yes, everything has changed. (This perpetual toggling between nothing being new, under the sun, and everything having very recently changed, absolutely, is perhaps the central driving tension of my work.)

Our “now” has become at once more unforgivingly brief and unprecidently elastic. The half-life of media-product grows shorter still, ‘til it threatens to vanish altogether, everting into some weird quantum logic of its own, the Warholian Fifteen Minutes becoming a quark-like blink. Yet once admitted to the culture’s consensus-pantheon, certain things seem destined to be with us for a very long time indeed. This is a function, in large part, of the rewind button. And we would all of us, to some extent, wish to be in heavy rotation.

And as this capacity for recall (and recommodification) grows more universal, history itself is seen to be even more obviously a construct, subject to revision. If it has been our business, as a species, to dam the flow of time through the creation and maintenance of mechanisms of external memory, what will we become when all these mechanisms, as they now seem intended ultimately to do, merge?

william gibson besuchen.