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archiv für august 2009

plastik rockt!

ich zähle mich noch stolz zur generation bandsalat.
der damalige schreck, wenn sich die lieblings-cassette im rekorder verzwirbelt, und man mit zitternden fingern stundenlang das kostbare band aus den verschlungenen eingeweiden des verdammten gerätes zurück ans licht gezogen hat, wird heute zur nostalgischen freude.

aber schließlich schimmerte die silberne revolution verheißungsvoll am pubertären musik-himmel: die CD.
mit der technischen evolution kam auch die des eigenen geschmacks. wie ein allein gelassenes kalb blickte man verschüchtert um sich, und versuchte, inmitten all der tiere in der savanne den anschluss an seine herde zu finden. nur: als teenager kann man sich eben noch aussuchen, ob man ein gnu-kalb oder ein karibu-kalb sein möchte. praktisch.

hatte man erst seine stilrichtung entdeckt, machte man sich dran, diese mit möglichst vielen tonträgern zu untermauern. aber irgendwann ging es nicht mehr nur um quantität, sondern um qualität. DDD war besser als ADD. und warum eine normale CD, wenn ich auch ein digipack haben konnte. edler karton mit vielen ausklappbaren seiten… ahhhhh!

aber die evolution wartete nicht auf dich. es ging zwar digital weiter, aber auf anderer ebene. wolltest du ein virtuelles gnu sein? dann begrüßte dich napster in der schönen neuen welt des konsum-komforts! alles was dabei bezahlt werden musste, war die ISDN-leitung, und das erledigte papa. mp3s… ahhhhh! was war doch gleich ein digipack? tja, so schnell kann das gehen - der rest ist geschichte.

aber was wäre diese geschichte, ohne ihre anfänge, als man alles noch anfassen konnte? keine sorge, ich presse jetzt nicht mit dem moralischen zeigefinger auf die tränendrüsen, um der guten alten zeit hinterher zu weinen. dazu habe ich mich viel zu sehr an das heute gewöhnt. trotzdem war es schon eine tolle zeit, mit all dem bandsalat und den digipacks. bits und bytes schön und gut - aber plastik rockt immer noch!

zum abschluss ein nettes beispiel: